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Wenn sich die Medien bereits vor dem Verkauf eines neuen Automobils mit Schlagzeilen Konkurrenz machen, herrscht beim Hersteller gewöhnlich große Freude. Beim Opel Ampera ist genau das Gegenteil der Fall: Weil sein nahezu baugleiches Schwestermodell Chevrolet Volt im Frühjahr 2011 drei Wochen nach einem US-Crashtest in Flammen aufging, hat Opel alle Hände voll zu tun, um einen Fehlstart des Ampera zu verhindern. In den Hintergrund gerät dabei, daß Opel mit dem Elektroauto Ampera einen Technologiewechsel vollzieht.
Der ADAC hat als weltweit erste Verbraucherschutzorganisation das Auto getestet. Das Besondere am Ampera ist uns Roadrunnern hinreichend bekannt. (siehe vorherige Einträge zum Ampera)
Und wie faßt sich der Opel Ampera an, wie fährt er sich? Als erstes fällt das überladene Armaturenbrett im Bereich der Mittelkonsole auf: viele völlig gleich aussehende Druckknöpfe. Auf Anhieb findet sich da kaum jemand zurecht. Auch beim Infodisplay vor dem Fahrer, das die klassischen Zeigerinstrumente ersetzt, hat Opel mit der Fülle der Informationen etwas übertrieben. Wenigstens bekam die dort in großen Zahlen dargestellte Geschwindigkeitsanzeige damit einen prominenten Platz. Außerdem wechselt die Reichweitenanzeige von Grün auf Blau, je nachdem, ob der Ampera mit Strom aus der Batterie oder vom Benzinmotor fährt. Kurioses Detail: Der Wählhebel für das Getriebe verschwindet in einer Höhle, wenn er ganz nach vorn in die Parkposition geschoben wird. Das Platzangebot für die vorn Sitzenden läßt kaum Wünsche offen, wenngleich der höhenverstellbare Fahrersitz mehr Spielraum nach unten bieten sollte. Groß gewachsene Personen thronen ziemlich erhaben im Ampera. Auch der Fond bietet ausreichend Platz, nur der Ein- und Ausstieg gestalten sich wegen der nach hinten abfallenden Dachlinie etwas unbequem.
Wie bei Elektroautos allgemein üblich, verrichtet der Antrieb seine Arbeit leise und diskret. Erst wenn sich der Verbrennungsmotor automatisch zuschaltet, wird es lauter. Ist der Verbrenner richtig gefordert, wie etwa auf der Autobahn (Höchsttempo bei 161km/h abgeriegelt), wird es brummig, zusätzlich spüren die Insassen deutliche Vibrationen. Der Ampera liegt wegen seines hohen Gewichts (1720kg) ruhig auf der Straße, hält selbst bei Längsrillen und Fahrbahnverwerfungen seine Spur sehr gut und wird mit kleineren und größeren Schlaglöchern gut fertig. Auch Seitenwind bringt ihn nicht aus der Ruhe. Dank der Kombination aus eher straffem, aber gut ausbalanciertem Fahrwerk und zielgenauer, direkter Lenkung lassen sich Kurven problemlos umrunden. Selbst bei plötzlichem Gaswegnehmen in der Biegung reagiert der Ampera souverän, prima unterstützt vom elektrischen Stabilitätsprogramm ESP, das bei Bedarf feinfühlig regelt.
Auszüge aus der ADAC Motorwelt Heft 1 Januar 2012 |